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                               Kranke Bäume ?

20. September 2007: Die Dithmarscher Landeszeitung berichtet über den Plan der Gemeinde Burg, zwei weitere Kastanien zu entfernen. Es handelt sich einmal um den Baum vor dem ehemaligen Deinertschen Haus, ebenfalls am Holzmarkt sowie den Baum in der Seilerstraße. Der Bau - und Wegeausschuß unter dem Vorsitz von Rolf Ladwig (SPD) beschloß einstimmig, diese ”Problembäume” zu entfernen, was 830 Euro kosten soll. Als Alternative stand eine Sanierung für 535 Euro zur Debatte, wobei man allerdings nicht voraussehen könne, ob nicht weitere Folgekosten entstünden.

Ein Gespräch heute mit Rolf Ladwig ergab, daß man es sich mit der Entscheidung “nicht leicht gemacht” habe. Die Bäume seien wirklich krank und stellten vor allem eine Verkehrsgefährdung dar, was die Gemeinde Burg im Schadensfall teuer zu stehen käme. Eine Neupflanzung als Ersatz wäre bei Feststellung einer Verkehrsgefährdung nicht notwendig. Anders war es bei der großen Baumfällaktion am Holzmarkt, wo völlig gesunde Bäume grundlos gefällt wurden. Hier mußte eine Neupflanzung erfolgen und ist mit den Kugelahornbäumen auch geschehen.

 

Wie lange schmücken diese Bäume noch Burgs Zentrum?

Kastanie am Holzmarkt

Kastanie in der Seilerstraße

Am 28. September 2007 veröffentlich die Dithmarscher Landeszeitung untenstehenden Leserbrief von Herrn Dirk König. Mit dessen freundlicher Erlaubnis dürfen wir den Leserbrief hier einstellen:

                           Die Achtung vor der Natur verloren

Nun sollen leider wieder zwei alte Obstbäume der Säge zum Opfer fallen, anstatt sie zu sanieren. Obwohl das Sanieren der Kastanie in der Seilerstraße, laut Artikel, noch 300 Euro weniger kosten würde. Trotzdem entschied man sich im Bau - und Wegeausschuss lieber fürs Fällen, da dann langfristig keine weiteren Kosten anfallen.

Mit der Einstellung wird es wohl sicherlich bald im Burger Ortsbild nicht mehr viele alte Bäume geben. Das passt eigentlich nicht zum Namenszusatz “Luftkurort” Burg. Die Gemeinderatsmitglieder sollten eigentlich wissen, wie wertvoll ein alter Baum als Staubfilter, Sauerstoffproduzent, Schattenspender und als Lebensraum vür viele Tiere, insbesondere der Vogelwelt, ist. Außerdem sieht er viel schöner und interessanter aus als ein junger Baum, wenn man noch nicht den Blick und die Achtung vor den Schönheiten der Natur verloren hat.

Leider scheint es unter den Kommunalpolitikern Burgs nicht viele Freunde alter Bäume zu geben. Da kommen Erinnerungen auf, an die Fällaktionen der Bäume am ehemaligen Ausstellungskahn der Kahnschipper Kudens. Besonders gereizt reagierten damals die Gemeindevertreter auf das Aufhängen von Schildern mit Kränzen an den zum Fällen vorgesehenen Bäumen, wie man in den Zeitungsartikeln lesen konnte. Die Schilder wurden mehrmals gleich wieder abgehängt. Verständlich aus Sicht der Gemeinde, denn die “frechen Baumschützer” hatten ja noch nicht mal eine Genehmigung zum Aufhängen der Schilder. “Das war Majestätsbeleidigung”, das konnte man natürlich unmöglich tolerieren.

Man kann nur hoffen, dass sich diese Einstellung gegenüber unseren alten Bäumen ändert und der Wert, den sie für unsere Umwelt haben, erkannt wird

Dirk König, Großenrade

 

Dazu noch eine eigene Anmerkung: Dieser Leserbrief ist völlig unbeeinflusst von Mitgliedern der “Bürgerinitiative gegen sinnlosen Baumfällen” entstanden und der BI erst am Tag der Veröffentlichung durch die DLZ bekannt geworden.

Danke, Herr König, für die klaren Worte!

 

Das Burger Rathaus: Im Wilden Wein außen brüten die Spatzen ihre Eier aus, innen brüten die Ratsmitglieder manche Ungereimtheiten aus.

 

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