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                                                   Ignaz im Keller

Als uns eines Dezembertages ein Kollege den kleinen Igel brachte,wußten wir gleich, daß wir ihn aufnehmen wollten. Er hatte zum Überwintern nicht das erforderliche Gewicht von 400g   erreicht, d.h., er konnte im Winterschlaf nicht weiter abspecken, würde also nicht wieder aufwachen.

Als erstes brachten wir Ignaz -der Name war schnell gefunden - zum Tierarzt. ”Geben Sie ihm Hackfleisch mit Ei”, war sein Tipp; ein Puder gegen Parasiten gab er uns außerdem mit.

Hackfleisch? Ei? - Ignaz verweigerte es. Was sonst? Er fraß rein gar nichts. Wenigstens nahm er das Wasser an (bloß keine Milch, hatten wir gelesen).

Dann kam uns die Idee, ihn mit Katzenfutter aus der Dose zu füttern. Geschafft! Ignaz fraß schmatzend. Auch erkannte er uns von Tag zu Tag besser und fauchte leise, wenn wir im Keller erschienen.

Dort hatten wir einen großen Karton platziert, darin einen Schuhkarton, den er sogleich als Schlafplatz annahm. Dürres Laub war die Möblierung. Stets war die Wasserschale gefüllt, einmal am Tag der Freßnapf.

An Winterschlaf war im aufgewärmten Keller natürlich nicht zu denken. Ignaz verschlief die Tage und wanderte nachts umher, nicht ohne seine Visitenkarte zu hinterlassen. Etwas unangenehm, aber erträglich!

Jeden Tag wogen wir ihn; er nahm ständig zu. Nach einiger Überlegung konnten wir auch sein Geschlecht bestimmen. Wir setzten ihn auf eine Glasscheibe, und...es war ein Igelmann.

Mitte Mai nahmen wir Abschied von Ignaz, brachten ihn in den Garten, wo er zunächst zögerlich, dann aber zielstrebig unter die Büsche trippelte.

 

Fazit: Das Überwintern eines Igels lohnt sich!

 

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