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                                           10 Fragen und Antworten

 

1. Warum kooperiert Greenpeace mit der Bild-Zeitung?                                      

Greenpeace macht diese Kooperation mit der BILD, weil es darum geht, unsere Botschaft an möglichst viele Menschen heranzubringen. Unser Ziel ist es, bis Ende des Jahres 3,5 Mio Tonnen CO2 einzusparen. Das ist soviel wie ein kleines Braunkohlekraftwerk jährlich ausstößt. Und das ist die tägliche Auflage der BILD-Zeitung. Dies können wir nur zusammen mit den 12 Mio Lesern der BILD und mit unseren Unterstützern schaffen.

2. Warum sollten die Bild-Leser beim Klimaschutz mitmachen?                            

Bild-Leser werden mitmachen, weil der Klimawandel zu einer allgemein bekannten Bedrohung geworden ist, der begegnet werden muss. Wir werden die Leute auch dadurch zum Mitmachen motivieren, dass wir ihnen zeigen, wie man mit Klimaschutz Geld sparen kann - egal mit welchem Einkommen, egal ob als Mieter oder Hausbesitzer. Außerdem wird es ökologisch sinnvolle Preise zu gewinnen geben.

3. Fürchten Sie nicht, dass Greenpeace mit dieser Kooperation seine Identität     verliert?                                                                                    

Nein. Die Bild-Zeitung bleibt die Bild-Zeitung und Greenpeace bleibt unabhängig und unbestechlich, wie es immer war. Greenpeace nimmt kein Geld vom Axel Springer-Verlag. Wir werden unsere politischen Ziele unbeirrt weiter verfolgen. Greenpeace schützt weiter die, die sich gegen Umweltverbrechen nicht wehren können oder vom Klimawandel bedroht sind. Wir werden darauf achten, dass Bild in der Kampagne die Verantwortlichen des Klimawandels beim Namen nennt: Energiekonzerne, untätige Politiker, die unwillige Autoindustrie oder fehlgeleiteter Konsum. Mit dem Axel Springer-Verlag waren wir in Konfrontation und im Gespräch in Sachen urwaldfreundliches Papier und werden es weiter bleiben.

4. Kann Greenpeace aussteigen?                                                                                    

 Wenn für Greenpeace die Kooperation unerträglich wird, hat die Umweltorganisation die Chance, das Bündnis zu beenden. Mit dem Ende des Bündnisses dürfen keine Artikel mehr unter dem gemeinsamen Logo erscheinen und die Aufkleber “Rettet unsere Erde” dürfen nicht weiter verteilt werden.

5. Warum nur die Kooperation mit BUND und WWF? Warum sind andere kleinere Verbände ausgeschlossen?                                                                            

Wir machen jetzt mit BILD, BUND und WWF diese Kampagne, und die wollen wir erfolgreich durchziehen. Und im übrigen sind wir mit vielen anderen Umweltverbänden im Gespräch und auch in der Zusammenarbeit. Zum Beispiel in der deutschlandweit agierenden Klimaallianz. Hier arbeiten wir mit 57 anderen Verbänden zusammen, darunter Entwicklungshilfe-, Umwelt- und andere Organisationen wie attac und kirchliche Verbände.

6. Glauben Sie nicht, dass Sie viele Förderer verlieren werden, dass viele abspringen?                                                                                                                        

Das wissen wir nicht. Es wird Befürworter und Gegner der Idee geben. Wir müssen bei den Skeptikern Überzeugungsarbeit leisten. Und die beste Überzeugungsarbeit ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern. Wenn wir mit dieser Kampagne mit 12 Mio Lesern und unseren Unterstützern 3,5 Mio Tonnen CO2 einsparen, dann haben wir sicher auch den letzten Förderer überzeugt. Die Förderer und Ehrenamtlichen von Greenpeace sind überdurchschnittlich gebildet und politisch eher grün oder links angesiedelt. Sie entsprechen damit nicht der Durchschnittsleserschaft der Bild. Viele sind sogar mit dem Widerstand gegen den Axel-Springer-Verlag und der Abneigung gegen die Bild-Zeitung groß geworden. Diese Skepsis können wir nicht verstehen. Wir teilen sie nicht, sondern schätzen die Chancen der Zusammenarbeit höher ein als die Risiken. Bei einer so tiefgreifenden Bedrohung wie es der Klimawandel für alle Gesellschaften bedeutet, gehen wir über unsere Kern-Förderschaft hinaus.

7. Lassen Sie sich von der BILD nicht vor den Karren spannen, um deren Auflage mit einem publikumswirksamen Thema zu steigern?                                             

Dass die BILD-Zeitung ihre eigenen Interessen vertritt, das ist für uns ganz normal. Der Axel-Springer-Verlag hat sich aber auch selbst verpflichtet, bis zum Ende des Jahres in seinen Verlagshäusern in Berlin und Hamburg 10 Prozent Energie einzusparen. Das ist für uns bereits ein erster Erfolg der gemeinsamen Kooperation.

8. Die Chefredaktion fährt weiter das dicke Auto und die Leser sollen sparen - das ist unglaubwürdig. Was tut die Bild-Zeitung?                                                          

Jeder ist in seinem Privatleben zum Klimaschutz aufgerufen, egal in welcher Position. Einen Zwang gibt es nicht. Unsere Tipps zum Mitmachen werden für jeden Lebensstandard und jedes Portemonnaie Möglichkeiten zum Klimaschutz bieten.

9. Was tut Greenpeace?                                                                                                      

Wir haben schon vom Klimawandel gesprochen, als man dafür noch verspottet wurde. Und Greenpeace hat früh in Klimaschutz-Maßnahmen investiert. Wir legen schon jetzt sehr viel Wert auf umweltfreundliche Energieerzeugung, d.h. Ökostrom. Wir betreiben eigene Wind- und Solaranlagen. Das bauen wir noch aus. Darüber hinaus beziehen wir unseren Strom von Greenpeace energy. Wir fliegen nicht innerhalb Deutschlands. Auch in Europa sollen unsere Mitarbeiter erst ab einer Bahnreisezeit von mehr als sechs Stunden fliegen. Momentan arbeiten wir sehr stark daran, unser Reiseverhalten zu verbessern. Wir führen die Internet-Konferenztechnik Webex ein, mit der wir generell 30% unserer Reisen zu Meetings und Konferenzen reduzieren wollen. Unsere gemeinsame Kampagne ist für uns alle ein Ansporn, uns noch umweltschonender zu verhalten. Verbesserungen sind immer möglich, auch wenn Greenpeace natürlich viele Dinge längst beherzigt.

10. Was kann ich tun?                                                                                                      

Klimaschutz ist ein wesentliches Anliegen. Wir freuen uns über jeden, der sich an der Kooperation mit BILD, BUND und WWF beteiligt, damit wir gemeinsam das Ziel der Einsparung von 3,5 Millionen Tonnen CO2 bis zum Ende des Jahres erreichen. Tipps zum persönlichen Klimaschutz gibt es im Internet. Natürlich kann man auch ohne Bild-Zeitung zum Schutz unseres Klimas beitragen.

Du hast nur eine Erde                                                                                  Greenpeace                                                                    

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